Menu

Online-Katalog

Konstruktion & Farbe, Werke aus einer Privatsammlung & Privatbesitz
- +
Provenienz

Sidney Janis Gallery, New York (1964)
Privatsammlung, New York
Galleria La Polena, Genua

Das Werk ist im Archiv der Josef & Anni Albers Foundation unter der Nummer JAAF 1962.1.35 registriert.

Josef Albers’ Werkzyklus Homage to the Square gehört zu den bedeutendsten Untersuchungen in der modernen abstrakten Kunst. Ab 1950 widmete sich der deutsch-amerikanische Künstler nahezu ausschliesslich dem Motiv des Quadrats. Auf den ersten Blick erscheinen die Gemälde streng geometrisch und auf wenige Farben reduziert. Bei genauerer Betrachtung wird jedoch deutlich, dass Albers nicht das Quadrat selbst zum eigentlichen Gegenstand seiner Kunst macht, sondern die Wahrnehmung von Farbe.
In White call werden verschiedene helle Töne in verschachtelten Quadraten arrangiert: weisses Quadrat in der Mitte, umgeben von weiteren, grösseren Quadraten, die jeweils in hellen Nuancen von fast rosa-grau und hellgrau (Optical grey wie er es selbst auf der Rückseite bezeichnet) gehalten sind. Die scheinbar neutralen Töne wirken dadurch nicht homogen, sondern erzeugen subtile Farbund Tiefenwechsel, die erst beim genauen Hinsehen sichtbar werden.
Albers’ Lehre der «Farbwirkung» zeigt hier, wie winzige Unterschiede in der Helligkeit, Reinheit oder Wärme eines Weisstons unsere Wahrnehmung des Raums, der Formen und der Grenzflächen beeinflussen. Auf diese Weise stellt der Künstler eine zentrale Annahme der traditionellen Malerei infrage: Farbe ist für ihn keine feste und objektiv bestimmbare Eigenschaft. Vielmehr entsteht ihre Wirkung erst im Verhältnis zu anderen Farben. Der Künstler untersucht also nicht nur Farbe, sondern auch den Prozess des Sehens. Seine Gemälde können deshalb als visuelle Experimente verstanden werden, die den Betrachter dazu auffordern, die eigene Wahrnehmung bewusst zu hinterfragen.
Die strenge geometrische Form des Quadrats spielt dabei eine entscheidende Rolle. Die Reduktion auf ein möglichst einfaches Grundschema, lenkt die Aufmerksamkeit vollständig auf die Farbe und ihre Wechselwirkungen. Die Quadrate besitzen weder ornamentale Funktion noch stellen sie konkrete Gegenstände dar. Durch ihre Wiederholung entsteht vielmehr ein Spannungsverhältnis zwischen Ordnung und optischer Veränderung. Je nach Farbwahl können die Flächen flach und sich nach vorne oder hinten zu bewegen erscheinen oder sogar eine räumliche Tiefe suggerieren, obwohl die Bildfläche tatsächlich zweidimensional bleibt.
Online-Katalog Konstruktion & Farbe, Werke aus einer Privatsammlung & Privatbesitz Los 2 Josef Albers 1888-1976

Study for Homage to the Square: White Call, 1962
Öl auf Masonit
unten rechts monogrammiert und datiert A62
rückseitig bezeichnet, ausführliche Beschreibung der Farben, signiert und datiert Study for homage to the square: «white call» Albers 1962
60,9 x 60,9 cm

Schätzpreis

CHF 120'000 – 150'000

Jetzt Bieten
Provenienz

Sidney Janis Gallery, New York (1964)
Privatsammlung, New York
Galleria La Polena, Genua

Das Werk ist im Archiv der Josef & Anni Albers Foundation unter der Nummer JAAF 1962.1.35 registriert.

Josef Albers’ Werkzyklus Homage to the Square gehört zu den bedeutendsten Untersuchungen in der modernen abstrakten Kunst. Ab 1950 widmete sich der deutsch-amerikanische Künstler nahezu ausschliesslich dem Motiv des Quadrats. Auf den ersten Blick erscheinen die Gemälde streng geometrisch und auf wenige Farben reduziert. Bei genauerer Betrachtung wird jedoch deutlich, dass Albers nicht das Quadrat selbst zum eigentlichen Gegenstand seiner Kunst macht, sondern die Wahrnehmung von Farbe.
In White call werden verschiedene helle Töne in verschachtelten Quadraten arrangiert: weisses Quadrat in der Mitte, umgeben von weiteren, grösseren Quadraten, die jeweils in hellen Nuancen von fast rosa-grau und hellgrau (Optical grey wie er es selbst auf der Rückseite bezeichnet) gehalten sind. Die scheinbar neutralen Töne wirken dadurch nicht homogen, sondern erzeugen subtile Farbund Tiefenwechsel, die erst beim genauen Hinsehen sichtbar werden.
Albers’ Lehre der «Farbwirkung» zeigt hier, wie winzige Unterschiede in der Helligkeit, Reinheit oder Wärme eines Weisstons unsere Wahrnehmung des Raums, der Formen und der Grenzflächen beeinflussen. Auf diese Weise stellt der Künstler eine zentrale Annahme der traditionellen Malerei infrage: Farbe ist für ihn keine feste und objektiv bestimmbare Eigenschaft. Vielmehr entsteht ihre Wirkung erst im Verhältnis zu anderen Farben. Der Künstler untersucht also nicht nur Farbe, sondern auch den Prozess des Sehens. Seine Gemälde können deshalb als visuelle Experimente verstanden werden, die den Betrachter dazu auffordern, die eigene Wahrnehmung bewusst zu hinterfragen.
Die strenge geometrische Form des Quadrats spielt dabei eine entscheidende Rolle. Die Reduktion auf ein möglichst einfaches Grundschema, lenkt die Aufmerksamkeit vollständig auf die Farbe und ihre Wechselwirkungen. Die Quadrate besitzen weder ornamentale Funktion noch stellen sie konkrete Gegenstände dar. Durch ihre Wiederholung entsteht vielmehr ein Spannungsverhältnis zwischen Ordnung und optischer Veränderung. Je nach Farbwahl können die Flächen flach und sich nach vorne oder hinten zu bewegen erscheinen oder sogar eine räumliche Tiefe suggerieren, obwohl die Bildfläche tatsächlich zweidimensional bleibt.

NEWSLETTER

Verpassen Sie keine Auktions-Highlights, Veranstaltungen oder News