Menu

Online-Katalog

11. März 2026 - Schweizer Kunst
Provenienz

wechselnder Privatbesitz
Auktion Sotheby Parke Bernet, Zürich, 14.11.1979, Los 95 (als Berge und Gletscher)
Auktion Galerie Villa Ulmberg, Zürich, 12.11.1981, Los 10 (als Berge und Gletscher)
bedeutende Privatsammlung, Zürich

Literatur

Hans Trog, Im Zürcher Kunsthaus: Amiet. II, in: Neue Zürcher Zeitung, 28.1.1914, Nr. 128 (als Berge).
Edith Carey, in: A chacun sa montagne, Ausstellungskatalog Musée Jenisch, Vevey, 1995, S.66–67, mit Abb. (als Montagnes et glacier).
Franz Müller und Viola Radlach, Cuno Amiet. Die Gemälde 1883–1919, Bd.II, Zürich, Scheidegger & Spiess, 2014, S. 429–430, Nr. 1913.44, mit Abb.

Ausstellung

VI. Kollektiv-Ausstellung. Amiet und Giacometti, München, Neue Kunst Hans Goltz, 14.4.–30.4.1913, Nr. 12.
Januar-Ausstellung, Zürich, Kunsthaus, 8.1.–1.2.1914, Nr. 92 (als Berge).
Exposition Cuno Amiet, James Vibert, Genf, Galerie Moos, 2.3.–31.3.1914, Nr. 45 (als Montagnes).
April-Ausstellung 1915, Basel, Kunsthalle, 5.4.–25.4.1915, Nr. 4.
Ausstellung 6. Mai bis 3. Juni 1917, Zürich, Kunsthaus, 6.5.–6.6.1917, Nr. 43.
Ausstellung Cuno Amiet, Bern, Kunsthalle, 13.4.–18.5.1919, Nr. 134.
The alps in Swiss Painting,Tokyo, Odakyu Grand Gallery, 25.3.–19.4.1977/Chur, Bündner Kunstmuseum, 5.6.–21.8.1977, Nr. 104 (als Berge und Gletscher).
A chacun sa montagne, Vevey, MuséeJenisch, 27.8.–5.11.1995, Nr. 27 (als Montagnes et glacier).

Das Werk ist beim SIK-ISEA, dem Schweizerischen Institut für Kunstwissenschaft, unter der Inventar-Nr. 32606 und mit der Werkkatalog-Nr. 1913.44 als eigen- händige Arbeit von Cuno Amiet registriert.

Das Werk ist für die Ausstellung Cuno Amiet. Les Quatres Saisons im Musée d´art de Pully (17.9.2026—9.1.2027) angefragt.

Die Einzigartigkeit dieser wunderbaren Gebirgslandschaft mit Nebelmeer lässt sich am besten durch einen Vergleich mit Ferdinand Hodlers berühmtem Eiger, Mönch und Jungfrau mit Nebelmeer (Abb. 2) aufzeigen. Zwei befreundete Künstler, welche sich fast zeitgleich mit dem gleichen Motiv befassen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Amiet eine der Fassungen dieses Motivs von Hodler gekannt hat, ist sehr gross, haben die beiden doch zusammen ausgestellt und war eines aus dieser Reihe 1913 bereits in einem Mappenwerk publiziert. Die beiden grossartigen Kompositionen gegenüberzustellen, bietet sich also geradezu an und der Vergleich ist umso berechtigter als die beiden damals die erfolgreichsten Künstler der Schweiz und gleichzeitig auch die international berühmtesten Schweizer Maler waren und in zeitgenössischen Kritiken sehr oft gegenübergestellt wurden, so etwa von Wilhelm Schäfer, Hermann Kesser oder Eckart von Sydow. Sie alle vergleichen das Elegische von Hodler mit Amiets Lebensfreude, das Lineare des Einen mit der Farbigkeit des Anderen. Hodlers Interpretation des Nebelmeers ist zweifelsohne eine Ode an die Grösse und Stärke der Natur. Dem Betrachter werden Schönheit und Erhabenheit vermittelt. Die Komposition ist neuartig, ein grosser Teil des Werkes wird zur vibrierenden Fläche, gemalt in Hodlers brillanter Technik.
Nur fünf Jahre später schafft Amiet mit dem gleichen Motiv eine Komposition von grosser Kühnheit und Modernität, welche verschiedener und eigenständiger nicht sein könnte. Cuno Amiet verwendet kräftige, leuchtende Farben, die dem Nebel, dem Schnee und den Bergen eine fast dekorative Wirkung verleihen. Statt realistischer Schattierungen dominieren vereinfachte Formen und klar abgegrenzte Farbflächen. Dadurch entsteht eine starke emotionale Wirkung, welche die Nebelstimmung als farbintensives, kraftvolles Naturphänomen zeigt. Realität und subjektive Wahrnehmung verschmelzen miteinander.
Und dennoch, bei aller Abstraktion: Wer die Berge kennt, kennt genau diese Abendstimmungen mit leuchtend rosa Bergen und schwefelgelbem Himmel. Sicherlich war es auch die eigene Begeisterung für die Natur, welche zu dieser Komposition führte. Franz Müller schreibt dazu: «Trotz der fantastischen Anmutung lag wohl auch diesem Gemälde ein konkretes Erlebnis zugrunde, dasjenige eines Sonnenauf- oder untergangs in den Bergen.» Im Februar 1913 berichtete Amiet dem Sammler Oscar Miller von einem Urlaub in Andermatt und von Skitouren, die er mit seiner Frau und Freunden unternommen hatte: «Es war ganz herrliches Skiwetter, das wir auch gehörig benützten. Wir haben den Gotthard &. Piz Lucendro gemacht. Es war herrlich!»
Online-Katalog 11. März 2026 - Schweizer Kunst Los 255 Cuno Amiet 1868–1961

Winter in den Bergen, 1913
Öl auf Leinwand
unten rechts monogrammiert und datiert CA 13
rückseitig auf Keilrahmen signiert, datiert und bezeichnet C. Amiet 1913 Winter in den Bergen.
91,5 x 91,3 cm

Schätzpreis

CHF 500'000 – 700'000

Provenienz

wechselnder Privatbesitz
Auktion Sotheby Parke Bernet, Zürich, 14.11.1979, Los 95 (als Berge und Gletscher)
Auktion Galerie Villa Ulmberg, Zürich, 12.11.1981, Los 10 (als Berge und Gletscher)
bedeutende Privatsammlung, Zürich

Literatur

Hans Trog, Im Zürcher Kunsthaus: Amiet. II, in: Neue Zürcher Zeitung, 28.1.1914, Nr. 128 (als Berge).
Edith Carey, in: A chacun sa montagne, Ausstellungskatalog Musée Jenisch, Vevey, 1995, S.66–67, mit Abb. (als Montagnes et glacier).
Franz Müller und Viola Radlach, Cuno Amiet. Die Gemälde 1883–1919, Bd.II, Zürich, Scheidegger & Spiess, 2014, S. 429–430, Nr. 1913.44, mit Abb.

Ausstellung

VI. Kollektiv-Ausstellung. Amiet und Giacometti, München, Neue Kunst Hans Goltz, 14.4.–30.4.1913, Nr. 12.
Januar-Ausstellung, Zürich, Kunsthaus, 8.1.–1.2.1914, Nr. 92 (als Berge).
Exposition Cuno Amiet, James Vibert, Genf, Galerie Moos, 2.3.–31.3.1914, Nr. 45 (als Montagnes).
April-Ausstellung 1915, Basel, Kunsthalle, 5.4.–25.4.1915, Nr. 4.
Ausstellung 6. Mai bis 3. Juni 1917, Zürich, Kunsthaus, 6.5.–6.6.1917, Nr. 43.
Ausstellung Cuno Amiet, Bern, Kunsthalle, 13.4.–18.5.1919, Nr. 134.
The alps in Swiss Painting,Tokyo, Odakyu Grand Gallery, 25.3.–19.4.1977/Chur, Bündner Kunstmuseum, 5.6.–21.8.1977, Nr. 104 (als Berge und Gletscher).
A chacun sa montagne, Vevey, MuséeJenisch, 27.8.–5.11.1995, Nr. 27 (als Montagnes et glacier).

Das Werk ist beim SIK-ISEA, dem Schweizerischen Institut für Kunstwissenschaft, unter der Inventar-Nr. 32606 und mit der Werkkatalog-Nr. 1913.44 als eigen- händige Arbeit von Cuno Amiet registriert.

Das Werk ist für die Ausstellung Cuno Amiet. Les Quatres Saisons im Musée d´art de Pully (17.9.2026—9.1.2027) angefragt.

Die Einzigartigkeit dieser wunderbaren Gebirgslandschaft mit Nebelmeer lässt sich am besten durch einen Vergleich mit Ferdinand Hodlers berühmtem Eiger, Mönch und Jungfrau mit Nebelmeer (Abb. 2) aufzeigen. Zwei befreundete Künstler, welche sich fast zeitgleich mit dem gleichen Motiv befassen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Amiet eine der Fassungen dieses Motivs von Hodler gekannt hat, ist sehr gross, haben die beiden doch zusammen ausgestellt und war eines aus dieser Reihe 1913 bereits in einem Mappenwerk publiziert. Die beiden grossartigen Kompositionen gegenüberzustellen, bietet sich also geradezu an und der Vergleich ist umso berechtigter als die beiden damals die erfolgreichsten Künstler der Schweiz und gleichzeitig auch die international berühmtesten Schweizer Maler waren und in zeitgenössischen Kritiken sehr oft gegenübergestellt wurden, so etwa von Wilhelm Schäfer, Hermann Kesser oder Eckart von Sydow. Sie alle vergleichen das Elegische von Hodler mit Amiets Lebensfreude, das Lineare des Einen mit der Farbigkeit des Anderen. Hodlers Interpretation des Nebelmeers ist zweifelsohne eine Ode an die Grösse und Stärke der Natur. Dem Betrachter werden Schönheit und Erhabenheit vermittelt. Die Komposition ist neuartig, ein grosser Teil des Werkes wird zur vibrierenden Fläche, gemalt in Hodlers brillanter Technik.
Nur fünf Jahre später schafft Amiet mit dem gleichen Motiv eine Komposition von grosser Kühnheit und Modernität, welche verschiedener und eigenständiger nicht sein könnte. Cuno Amiet verwendet kräftige, leuchtende Farben, die dem Nebel, dem Schnee und den Bergen eine fast dekorative Wirkung verleihen. Statt realistischer Schattierungen dominieren vereinfachte Formen und klar abgegrenzte Farbflächen. Dadurch entsteht eine starke emotionale Wirkung, welche die Nebelstimmung als farbintensives, kraftvolles Naturphänomen zeigt. Realität und subjektive Wahrnehmung verschmelzen miteinander.
Und dennoch, bei aller Abstraktion: Wer die Berge kennt, kennt genau diese Abendstimmungen mit leuchtend rosa Bergen und schwefelgelbem Himmel. Sicherlich war es auch die eigene Begeisterung für die Natur, welche zu dieser Komposition führte. Franz Müller schreibt dazu: «Trotz der fantastischen Anmutung lag wohl auch diesem Gemälde ein konkretes Erlebnis zugrunde, dasjenige eines Sonnenauf- oder untergangs in den Bergen.» Im Februar 1913 berichtete Amiet dem Sammler Oscar Miller von einem Urlaub in Andermatt und von Skitouren, die er mit seiner Frau und Freunden unternommen hatte: «Es war ganz herrliches Skiwetter, das wir auch gehörig benützten. Wir haben den Gotthard &. Piz Lucendro gemacht. Es war herrlich!»

NEWSLETTER

Verpassen Sie keine Auktions-Highlights, Veranstaltungen oder News