Online Catalogue
Structure & Colour, Works from a Private Collection Provenance
Studio La Città, Verona (gemäss rückseitiger Galerie–Etikette)
Galleria La Polena, Genua (gemäss rückseitiger Galerie–Etikette)
Das Werk ist im Archiv der Fondazione Enrico Castellani unter der Nr. 78–031 registriert.
Das monochrome, in weiss gehaltene Werk mit strukturierter Oberfläche Superficie bianca von 1978 steht exemplarisch für Enrico Castellanis Auseinandersetzung mit der Entwicklung der physischen und visuellen Oberflächenbeschaffenheit sowie deren reziproken Bezug zum Raum und Betrachtenden. Die Hinwendung zu seiner eigenen eloquenten Technik, die im Kontext zu Lucio Fontana und dessen Revolutionierung der Oberfläche stand, begann, in Castellanis Worten: «[…] in the summer of ’59 that I decided to sensitise the surface without the addition of colour, without any addition at all, looking for the minimum possible means of sensitising the surface.»1
Die künstlerische Entwicklung Castellanis steht in Kohärenz mit seiner Rückkehr nach Italien. 1957 beendete er sein Architekturstudium an der École Nationale Supérieure de la Cambre in Brüssel, woraufhin es ihn nach Mailand zog. Dort lernte er unter anderem Vertreter der italienischen Avantgarde wie den Begründer der Kunstbewegung des Spatialismus, Lucio Fontana, und Piero Manzoni kennen. Zwischen Manzoni und Castellani entwickelte sich eine langjährige Freundschaft. 1959 gründeten die beiden die Galleria Azimut in Mailand und das Magazin Azimuth, dessen erste Ausgabe im September desselben Jahres erschien. Die Publikation richtete sich gegen die informelle Kunst und argumentierte für eine neue Bildsprache bzw. neue künstlerische Ansätze. In einem Gespräch mit Hans Ulrich Obrist äusserte Castellani, dass die Galerie Azimut und das Magazin Azimut: «[…] grew out of our need – (Piero) Manzoni’s and mine – to show the things we were doing that didn’t fit in with the work one saw in galleries. We opened a gallery and started a review that expressed our ideas about art. We’d also contacted the Zero group in Düsseldorf and the Groupe de Recherche d’Art Visuel, with (François) Morellet.»2 Azimut/h brachte Kunstschaffende zusammen, wobei Castellani unter anderem auch Bekanntschaft mit Yves Klein machte und ab den 60er Jahren zum Zero-Kreis zählte sowie bis 1965 an wichtigen Zero- Ausstellung teilnahm. 1959 markiert den Wendepunkt, an dem sich Castellani von der mimetischen Kunst abkehrte, wobei er eine vordergründige Negierung der persönlichen Künstlerhand zugunsten einer universellen Sprache vornahm, wofür nun eine monochrome Leinwand mit manipulierter Oberfläche, wobei das Spiel zwischen Licht, Schatten und der Ausdehnung der damit verbunden Malerei in den Raum in den Vordergrund gerückt wurde, stand. Dies führte zu einem System mit unendlichen Variationen und Möglichkeiten, das sich durch seine gesamte Schaffensphase zieht und worin auch unser angebotenes Werk Superficie bianca von 1978 verortet werden kann.
Das monochrome Werk Superficie bianca mit seinen Erhöhungen und Vertiefungen, die durch systematischen Einsatz von Nägeln hervorgebrachten wurden, und deren daraus resultierenden dreidimensionalen Relieffläche eine unendliche Rhythmisierung anhand von Licht und Schatten erfährt und somit im Dialog zu Raum und Betrachtenden steht. Ein geometrisches Gitter, das stellvertretend für den figurativen Raum steht, zieht sich über die gesamte Leinwand. Je nach Betrachtendenstandpunkt eröffnet sich durch das Spiel zwischen Licht und Schatten ein individuell harmonisch in differenzierenden Abständen sich entwickelndes Raster.
Dies führt zur Überwindung der Leinwand selbst und damit zu einer neuen Raumerfahrung sowie eigenen Auseinandersetzung zwischen Betrachtenden und dem Werk Superficie bianca. Das Werk erfährt anhand jener elementaren Einheit eine Konkretheit, eine intuitive Leseart des Unendlichen und damit einhergehende Verbindung zur Zeit.
Das monochrome, in weiss gehaltene Werk mit strukturierter Oberfläche Superficie bianca von 1978 steht exemplarisch für Enrico Castellanis Auseinandersetzung mit der Entwicklung der physischen und visuellen Oberflächenbeschaffenheit sowie deren reziproken Bezug zum Raum und Betrachtenden. Die Hinwendung zu seiner eigenen eloquenten Technik, die im Kontext zu Lucio Fontana und dessen Revolutionierung der Oberfläche stand, begann, in Castellanis Worten: «[…] in the summer of ’59 that I decided to sensitise the surface without the addition of colour, without any addition at all, looking for the minimum possible means of sensitising the surface.»1
Die künstlerische Entwicklung Castellanis steht in Kohärenz mit seiner Rückkehr nach Italien. 1957 beendete er sein Architekturstudium an der École Nationale Supérieure de la Cambre in Brüssel, woraufhin es ihn nach Mailand zog. Dort lernte er unter anderem Vertreter der italienischen Avantgarde wie den Begründer der Kunstbewegung des Spatialismus, Lucio Fontana, und Piero Manzoni kennen. Zwischen Manzoni und Castellani entwickelte sich eine langjährige Freundschaft. 1959 gründeten die beiden die Galleria Azimut in Mailand und das Magazin Azimuth, dessen erste Ausgabe im September desselben Jahres erschien. Die Publikation richtete sich gegen die informelle Kunst und argumentierte für eine neue Bildsprache bzw. neue künstlerische Ansätze. In einem Gespräch mit Hans Ulrich Obrist äusserte Castellani, dass die Galerie Azimut und das Magazin Azimut: «[…] grew out of our need – (Piero) Manzoni’s and mine – to show the things we were doing that didn’t fit in with the work one saw in galleries. We opened a gallery and started a review that expressed our ideas about art. We’d also contacted the Zero group in Düsseldorf and the Groupe de Recherche d’Art Visuel, with (François) Morellet.»2 Azimut/h brachte Kunstschaffende zusammen, wobei Castellani unter anderem auch Bekanntschaft mit Yves Klein machte und ab den 60er Jahren zum Zero-Kreis zählte sowie bis 1965 an wichtigen Zero- Ausstellung teilnahm. 1959 markiert den Wendepunkt, an dem sich Castellani von der mimetischen Kunst abkehrte, wobei er eine vordergründige Negierung der persönlichen Künstlerhand zugunsten einer universellen Sprache vornahm, wofür nun eine monochrome Leinwand mit manipulierter Oberfläche, wobei das Spiel zwischen Licht, Schatten und der Ausdehnung der damit verbunden Malerei in den Raum in den Vordergrund gerückt wurde, stand. Dies führte zu einem System mit unendlichen Variationen und Möglichkeiten, das sich durch seine gesamte Schaffensphase zieht und worin auch unser angebotenes Werk Superficie bianca von 1978 verortet werden kann.
Das monochrome Werk Superficie bianca mit seinen Erhöhungen und Vertiefungen, die durch systematischen Einsatz von Nägeln hervorgebrachten wurden, und deren daraus resultierenden dreidimensionalen Relieffläche eine unendliche Rhythmisierung anhand von Licht und Schatten erfährt und somit im Dialog zu Raum und Betrachtenden steht. Ein geometrisches Gitter, das stellvertretend für den figurativen Raum steht, zieht sich über die gesamte Leinwand. Je nach Betrachtendenstandpunkt eröffnet sich durch das Spiel zwischen Licht und Schatten ein individuell harmonisch in differenzierenden Abständen sich entwickelndes Raster.
Dies führt zur Überwindung der Leinwand selbst und damit zu einer neuen Raumerfahrung sowie eigenen Auseinandersetzung zwischen Betrachtenden und dem Werk Superficie bianca. Das Werk erfährt anhand jener elementaren Einheit eine Konkretheit, eine intuitive Leseart des Unendlichen und damit einhergehende Verbindung zur Zeit.
Online Catalogue Structure & Colour, Works from a Private Collection Lot 6 Enrico Castellani 1930–2017
Superficie bianca, 1978
Acryl auf Leinwand
rückseitig auf umgeschlagener Leinwand signiert, bezeichnet und datiert Enrico Castellani – superficie bianca – 1978 –
120 x 90 cm
CHF 150'000 – 250'000
BID NOW Provenance
Studio La Città, Verona (gemäss rückseitiger Galerie–Etikette)
Galleria La Polena, Genua (gemäss rückseitiger Galerie–Etikette)
Das Werk ist im Archiv der Fondazione Enrico Castellani unter der Nr. 78–031 registriert.
Das monochrome, in weiss gehaltene Werk mit strukturierter Oberfläche Superficie bianca von 1978 steht exemplarisch für Enrico Castellanis Auseinandersetzung mit der Entwicklung der physischen und visuellen Oberflächenbeschaffenheit sowie deren reziproken Bezug zum Raum und Betrachtenden. Die Hinwendung zu seiner eigenen eloquenten Technik, die im Kontext zu Lucio Fontana und dessen Revolutionierung der Oberfläche stand, begann, in Castellanis Worten: «[…] in the summer of ’59 that I decided to sensitise the surface without the addition of colour, without any addition at all, looking for the minimum possible means of sensitising the surface.»1
Die künstlerische Entwicklung Castellanis steht in Kohärenz mit seiner Rückkehr nach Italien. 1957 beendete er sein Architekturstudium an der École Nationale Supérieure de la Cambre in Brüssel, woraufhin es ihn nach Mailand zog. Dort lernte er unter anderem Vertreter der italienischen Avantgarde wie den Begründer der Kunstbewegung des Spatialismus, Lucio Fontana, und Piero Manzoni kennen. Zwischen Manzoni und Castellani entwickelte sich eine langjährige Freundschaft. 1959 gründeten die beiden die Galleria Azimut in Mailand und das Magazin Azimuth, dessen erste Ausgabe im September desselben Jahres erschien. Die Publikation richtete sich gegen die informelle Kunst und argumentierte für eine neue Bildsprache bzw. neue künstlerische Ansätze. In einem Gespräch mit Hans Ulrich Obrist äusserte Castellani, dass die Galerie Azimut und das Magazin Azimut: «[…] grew out of our need – (Piero) Manzoni’s and mine – to show the things we were doing that didn’t fit in with the work one saw in galleries. We opened a gallery and started a review that expressed our ideas about art. We’d also contacted the Zero group in Düsseldorf and the Groupe de Recherche d’Art Visuel, with (François) Morellet.»2 Azimut/h brachte Kunstschaffende zusammen, wobei Castellani unter anderem auch Bekanntschaft mit Yves Klein machte und ab den 60er Jahren zum Zero-Kreis zählte sowie bis 1965 an wichtigen Zero- Ausstellung teilnahm. 1959 markiert den Wendepunkt, an dem sich Castellani von der mimetischen Kunst abkehrte, wobei er eine vordergründige Negierung der persönlichen Künstlerhand zugunsten einer universellen Sprache vornahm, wofür nun eine monochrome Leinwand mit manipulierter Oberfläche, wobei das Spiel zwischen Licht, Schatten und der Ausdehnung der damit verbunden Malerei in den Raum in den Vordergrund gerückt wurde, stand. Dies führte zu einem System mit unendlichen Variationen und Möglichkeiten, das sich durch seine gesamte Schaffensphase zieht und worin auch unser angebotenes Werk Superficie bianca von 1978 verortet werden kann.
Das monochrome Werk Superficie bianca mit seinen Erhöhungen und Vertiefungen, die durch systematischen Einsatz von Nägeln hervorgebrachten wurden, und deren daraus resultierenden dreidimensionalen Relieffläche eine unendliche Rhythmisierung anhand von Licht und Schatten erfährt und somit im Dialog zu Raum und Betrachtenden steht. Ein geometrisches Gitter, das stellvertretend für den figurativen Raum steht, zieht sich über die gesamte Leinwand. Je nach Betrachtendenstandpunkt eröffnet sich durch das Spiel zwischen Licht und Schatten ein individuell harmonisch in differenzierenden Abständen sich entwickelndes Raster.
Dies führt zur Überwindung der Leinwand selbst und damit zu einer neuen Raumerfahrung sowie eigenen Auseinandersetzung zwischen Betrachtenden und dem Werk Superficie bianca. Das Werk erfährt anhand jener elementaren Einheit eine Konkretheit, eine intuitive Leseart des Unendlichen und damit einhergehende Verbindung zur Zeit.
Das monochrome, in weiss gehaltene Werk mit strukturierter Oberfläche Superficie bianca von 1978 steht exemplarisch für Enrico Castellanis Auseinandersetzung mit der Entwicklung der physischen und visuellen Oberflächenbeschaffenheit sowie deren reziproken Bezug zum Raum und Betrachtenden. Die Hinwendung zu seiner eigenen eloquenten Technik, die im Kontext zu Lucio Fontana und dessen Revolutionierung der Oberfläche stand, begann, in Castellanis Worten: «[…] in the summer of ’59 that I decided to sensitise the surface without the addition of colour, without any addition at all, looking for the minimum possible means of sensitising the surface.»1
Die künstlerische Entwicklung Castellanis steht in Kohärenz mit seiner Rückkehr nach Italien. 1957 beendete er sein Architekturstudium an der École Nationale Supérieure de la Cambre in Brüssel, woraufhin es ihn nach Mailand zog. Dort lernte er unter anderem Vertreter der italienischen Avantgarde wie den Begründer der Kunstbewegung des Spatialismus, Lucio Fontana, und Piero Manzoni kennen. Zwischen Manzoni und Castellani entwickelte sich eine langjährige Freundschaft. 1959 gründeten die beiden die Galleria Azimut in Mailand und das Magazin Azimuth, dessen erste Ausgabe im September desselben Jahres erschien. Die Publikation richtete sich gegen die informelle Kunst und argumentierte für eine neue Bildsprache bzw. neue künstlerische Ansätze. In einem Gespräch mit Hans Ulrich Obrist äusserte Castellani, dass die Galerie Azimut und das Magazin Azimut: «[…] grew out of our need – (Piero) Manzoni’s and mine – to show the things we were doing that didn’t fit in with the work one saw in galleries. We opened a gallery and started a review that expressed our ideas about art. We’d also contacted the Zero group in Düsseldorf and the Groupe de Recherche d’Art Visuel, with (François) Morellet.»2 Azimut/h brachte Kunstschaffende zusammen, wobei Castellani unter anderem auch Bekanntschaft mit Yves Klein machte und ab den 60er Jahren zum Zero-Kreis zählte sowie bis 1965 an wichtigen Zero- Ausstellung teilnahm. 1959 markiert den Wendepunkt, an dem sich Castellani von der mimetischen Kunst abkehrte, wobei er eine vordergründige Negierung der persönlichen Künstlerhand zugunsten einer universellen Sprache vornahm, wofür nun eine monochrome Leinwand mit manipulierter Oberfläche, wobei das Spiel zwischen Licht, Schatten und der Ausdehnung der damit verbunden Malerei in den Raum in den Vordergrund gerückt wurde, stand. Dies führte zu einem System mit unendlichen Variationen und Möglichkeiten, das sich durch seine gesamte Schaffensphase zieht und worin auch unser angebotenes Werk Superficie bianca von 1978 verortet werden kann.
Das monochrome Werk Superficie bianca mit seinen Erhöhungen und Vertiefungen, die durch systematischen Einsatz von Nägeln hervorgebrachten wurden, und deren daraus resultierenden dreidimensionalen Relieffläche eine unendliche Rhythmisierung anhand von Licht und Schatten erfährt und somit im Dialog zu Raum und Betrachtenden steht. Ein geometrisches Gitter, das stellvertretend für den figurativen Raum steht, zieht sich über die gesamte Leinwand. Je nach Betrachtendenstandpunkt eröffnet sich durch das Spiel zwischen Licht und Schatten ein individuell harmonisch in differenzierenden Abständen sich entwickelndes Raster.
Dies führt zur Überwindung der Leinwand selbst und damit zu einer neuen Raumerfahrung sowie eigenen Auseinandersetzung zwischen Betrachtenden und dem Werk Superficie bianca. Das Werk erfährt anhand jener elementaren Einheit eine Konkretheit, eine intuitive Leseart des Unendlichen und damit einhergehende Verbindung zur Zeit.