Online Catalogue
Structure & Colour, Works from a Private CollectionGalerie Moos, Genf
Sammlung Gerhard Saner, Studen
Elisabeth Esther Köhler, Giovanni Giacometti 1868–1933. Leben und Werk, mit Werkverzeichnis, Zürich, Fischer–Druck + Verlag, o. J. [1969], S. 26 f. (hier n. i. W.).
Paul Müller und Viola Radlach, Giovanni Giacometti 1868–1933. Werkkatalog der Gemälde, Bd. II, Zürich, Schweizerisches Institut für Kunstwissenschaft, 1997, S. 434, Nr. 1918.10 sowie S. 435, mit Abb.
Giovanni Giacometti. Otto Vautier. Maurice Sarkisoff, Genf, Galerie Moos, 9.4.–8.5.1918, Nr. 75 (als Avant le bain).
Evtl. Ausstellung, Zürich, Kunsthaus, 10.5.–7.6.1922, Nr. 53 (als Vor dem Bade).
Schweizer Malerei. Sammlung Gerhard Saner, Bülach, Sigristenkeller, 12.9.–30.9.1973/Zürich-Seebach, Freizeitzentrum, 6.10.–20.10.1973/Zollikon, Schulhaus Buchholz, 22.10.–4.11.1973, S. 25 f., Kat.-Nr. 28, mit Abb.(als Zwei Jünglingsakte).
«Der Maler sieht auch in der Natur nur Farben, diese Farben stehen aber nicht laut und todt [sic] nebeneinander, sondern sie leben, sie vibrieren. Die farbige Atmosphäre. Eine Figur soll nicht platt auf einem platten Grunde kleben und auch nicht aus einem Grund heraus plastisch modelliert sein. Sie steht frei in dem Bild drin und wirkt durch ihre Kontur und den Zusammenhang der Farben.»
Die Farben besitzen dabei nicht nur eine beschreibende Funktion. Sie dienen dazu, die Intensität des Sonnenlichts unmittelbar erfahrbar zu machen. Helle und dunkle Farbbereiche stehen in einem starken Kontrast zueinander. Die Schatten wirken nicht neutral, sondern sind farblich differenziert. Dadurch entsteht eine vibrierende, lebendige Oberfläche, welche durch den Glanz und die Bewegung des Wassers noch unterstrichen wird. Für Giacometti als Familienmensch waren seine Kinder für den Künstler stets wichtige Sujets. Er vermeidet jedoch ihre sentimentale oder idealisierte Darstellung. Die Kinder sind immer in eine konkrete Situation des Spiels und Aufenthalts in der Natur eingebunden. Entscheidend ist weniger ihre psychologische Charakterisierung als ihre Beziehung zu Licht, Farbe und Raum.
Bereits in seinem Hauptwerk Fanciulli al sole, zehn Jahre früher, hat sich der Künstler intensiv mit dem Thema seiner Kinder im Licht auseinandergesetzt. Ist das frühere Bild flächiger, so ist unseres differenzierter, die Umrisse der Figuren fast jugendstilartig vereinfacht. Diese Reduktion der Form entstand wohl nicht zuletzt dadurch, dass sich der Künstler bereits 1916 mit diesem Motiv in grafischen Arbeiten auseinandergesetzt hat und als Resultat sein wohl berühmtester Holzschnitt, Fanciulli nell Lago, Alberto und Diego im Silsersee entstand. So wurde den beiden berühmten Söhnen, sowohl im Holzschnitt als auch auf dem Gemälde, ein frühes Denkmal gesetzt.
Giacomettis künstlerische Position kann als eine eigenständige Verarbeitung von Impressionismus, Postimpressionismus und Fauvismus charakterisiert werden. Das Werk ist nicht nur unter diesem Gesichtspunkt, den es perfekt verkörpert, ein Hauptwerk des Malers, sondern ebenso wegen Grösse und Motiv.
Fanciulli nel lago (Alberto und Diego Giacometti), 1918
Öl auf Leinwand
unten links monogrammiert sowie Reste einer Datierung GG
rückseitig signiert, bezeichnet und datiert Giovni Giacometti Stampa 1918
120 x 119,5 cm
CHF 200'000 – 300'000
BID NOWGalerie Moos, Genf
Sammlung Gerhard Saner, Studen
Elisabeth Esther Köhler, Giovanni Giacometti 1868–1933. Leben und Werk, mit Werkverzeichnis, Zürich, Fischer–Druck + Verlag, o. J. [1969], S. 26 f. (hier n. i. W.).
Paul Müller und Viola Radlach, Giovanni Giacometti 1868–1933. Werkkatalog der Gemälde, Bd. II, Zürich, Schweizerisches Institut für Kunstwissenschaft, 1997, S. 434, Nr. 1918.10 sowie S. 435, mit Abb.
Giovanni Giacometti. Otto Vautier. Maurice Sarkisoff, Genf, Galerie Moos, 9.4.–8.5.1918, Nr. 75 (als Avant le bain).
Evtl. Ausstellung, Zürich, Kunsthaus, 10.5.–7.6.1922, Nr. 53 (als Vor dem Bade).
Schweizer Malerei. Sammlung Gerhard Saner, Bülach, Sigristenkeller, 12.9.–30.9.1973/Zürich-Seebach, Freizeitzentrum, 6.10.–20.10.1973/Zollikon, Schulhaus Buchholz, 22.10.–4.11.1973, S. 25 f., Kat.-Nr. 28, mit Abb.(als Zwei Jünglingsakte).
«Der Maler sieht auch in der Natur nur Farben, diese Farben stehen aber nicht laut und todt [sic] nebeneinander, sondern sie leben, sie vibrieren. Die farbige Atmosphäre. Eine Figur soll nicht platt auf einem platten Grunde kleben und auch nicht aus einem Grund heraus plastisch modelliert sein. Sie steht frei in dem Bild drin und wirkt durch ihre Kontur und den Zusammenhang der Farben.»
Die Farben besitzen dabei nicht nur eine beschreibende Funktion. Sie dienen dazu, die Intensität des Sonnenlichts unmittelbar erfahrbar zu machen. Helle und dunkle Farbbereiche stehen in einem starken Kontrast zueinander. Die Schatten wirken nicht neutral, sondern sind farblich differenziert. Dadurch entsteht eine vibrierende, lebendige Oberfläche, welche durch den Glanz und die Bewegung des Wassers noch unterstrichen wird. Für Giacometti als Familienmensch waren seine Kinder für den Künstler stets wichtige Sujets. Er vermeidet jedoch ihre sentimentale oder idealisierte Darstellung. Die Kinder sind immer in eine konkrete Situation des Spiels und Aufenthalts in der Natur eingebunden. Entscheidend ist weniger ihre psychologische Charakterisierung als ihre Beziehung zu Licht, Farbe und Raum.
Bereits in seinem Hauptwerk Fanciulli al sole, zehn Jahre früher, hat sich der Künstler intensiv mit dem Thema seiner Kinder im Licht auseinandergesetzt. Ist das frühere Bild flächiger, so ist unseres differenzierter, die Umrisse der Figuren fast jugendstilartig vereinfacht. Diese Reduktion der Form entstand wohl nicht zuletzt dadurch, dass sich der Künstler bereits 1916 mit diesem Motiv in grafischen Arbeiten auseinandergesetzt hat und als Resultat sein wohl berühmtester Holzschnitt, Fanciulli nell Lago, Alberto und Diego im Silsersee entstand. So wurde den beiden berühmten Söhnen, sowohl im Holzschnitt als auch auf dem Gemälde, ein frühes Denkmal gesetzt.
Giacomettis künstlerische Position kann als eine eigenständige Verarbeitung von Impressionismus, Postimpressionismus und Fauvismus charakterisiert werden. Das Werk ist nicht nur unter diesem Gesichtspunkt, den es perfekt verkörpert, ein Hauptwerk des Malers, sondern ebenso wegen Grösse und Motiv.