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Online-Katalog

11. März 2026 - Internationale Kunst bis 1900
Provenienz

wohl Sammlung Familie Bernissart, Flandern (gemäss rückseitigem Wachs-Siegel)
Galerie Georges Giroux, Brüssel, 4.– 5.5.1956, Nr. 94 (als Pieter Brueghel d. Jüngere; gemäss RKD)
Sammlung J. Hargreaves, England
D. Katz, Dieren bei Arnheim, Holland, (1959–1961, als Pieter Brueghel d. Ältere)
Sammlung Metzemaker, Holland
Auktion Koller, Zürich, 5.11.1965, Los 1222 (als Pieter Brueghel d. Ältere)
Sammlung Neumann, Gingins

Literatur

Georges Marlier, Pierre Brueghel le Jeune, Brüssel, R. Finck, 1969, S. 445.
Klaus Ertz, Pieter Brueghel der Jüngere, Bd. II, Lingen, Luca Verlag, 1988-2000, S. 963, Nr. A1383 (als Kopie).

Während Klaus Ertz die Zuschreibung dieses Gemäldes zu Pieter Brueghel dem Jüngeren¹ ablehnte, klassifizierte Max Friedländer das Werk 1957 im Rahmen einer Expertise seinerseits als Arbeit von Pieter Brueghel dem Jüngeren. Das Thema der Kleingewerbe sowie die Behandlung des Fischers mit seinem naiven Ausdruck weisen eindeutig brueghelische Inspiration auf. Dieses Porträt erinnert zudem unmittelbar an den berühmten Kupferstich De grote vissen eten de kleine (Grosse Fische fressen kleine Fische) von Pieter van der Heyden nach einer Zeichnung von Pieter Brueghel d. Älteren (1556, Wien, Graphische Sammlung Albertina), von dem wir ein Exemplar in unserer Auktion präsentieren (Los 12). Dieser zeigt zahlreiche kleine und grosse Fische, die aus dem Maul eines grösseren Fisches hervorkommen, und illustriert das Sprichwort, dass kleine Fische den grösseren als Nahrung dienen. 2019 erschien eine Kopie unserer Komposition, von geringerer Qualität, auf dem Markt², die es ermöglicht, die Rezeption eines Prototyps nachzuvollziehen, den möglicherweise unser Gemälde darstellt. Unser kleines Tafelbild erinnert durch Format und Nahaufnahme, die das Gesicht des Fischers betont, an andere Tafeln von Pieter Brueghel d. Jüngeren, etwa seine runden, manchmal allegorischen Porträts, wie das 2023³ bei Artcurial in Paris präsentierte Werk, oder rechteckige Porträts4. Darüber hinaus wird das Thema des Fischers auf einem weiteren Tafelbild, das Pieter Brueghel d. Jüngeren zugeschrieben wird (KIKIRPA-Datenbank, heute verschollen)5, behandelt; es zeigt einen Fischer, der einer jungen Frau an einem Flussufer einen kleinen Fisch präsentiert. Dank eines Kupferstichs mit derselben Ikonographie, ergänzt durch einen Text (Abb. 1), lässt sich die Bedeutung der Szene nachvollziehen6. Der Mann möchte am Ufer, das an die Wiese der jungen Frau grenzt, angeln und ihr seinen Fisch anbieten. Sie verweigert ihm jedoch die Möglichkeit, da seine Angel zu schwach und sein Köder zu unbedeutend ist. Es handelt sich dabei um eine Satire eines sexuell impotenten Mannes7, wie sie vermutlich auch in unserem Tafelbild angedeutet wird. ¹– Klaus Ertz, Pieter Brueghel der Jüngere, Lingen, 1988–2000, Bd. II, S. 963, Nr. A1383. ²– Anonyme Auktion; München, Karl & Faber Kunstauktionen, 8.11.2019, Nr. 8 (als Nachfolger von Pieter Brueghel der Jüngere). ³– Anonyme Auktion; Paris, Artcurial, 22.11.2023, Nr. 31 (verkauft für 249.280 €). 4– Pieter Brueghel II, Porträt eines Bauern, Tafel, 17,8 × 25 cm, derzeitiger Standort unbekannt, KIKIRPA Nr. 50003691. 5– KIKIRPA Nr. 11004558. 6– Siehe Exemplar im Rijksmuseum Amsterdam, RP-P-2001-3. Der auf Deutsch verfasste Text des Kupferstichs zeigt die Rezeption der Ikonographie und des Themas bereits im 16. Jahrhundert. 7– Zur Ikonographie siehe auch Ger Luijten: Teljoren in druk: een prentreeks naar Maarten van Cleve met mannen en vrouwen in het rond, Bulletin van het Rijksmuseum, 2001, 49, S. 155, Nr. 2/3.

Si Klaus Ertz refusait d’associer ce tableau avec la production de Pieter Brueghel II¹, Max Friedländer, lors d’une expertise de l’œuvre en 1957, l’aurait pour sa part classée parmi les travaux de Pieter Brueghel l’Ancien. Le thème des petits métiers ainsi que le traitement de ce pêcheur à l’expression ingénue sont de toute évidence d’inspiration breughélienne. Grâce à une gravure reprenant cette même iconographie tout en l’agrémentant d’un texte (fig. 1), il nous est possible de comprendre la signification de cette scène⁶. L’homme aimerait pêcher sur la rive qui borde le pré de la jeune femme et lui offre son poisson. Toutefois, elle ne lui en donne pas la possibilité car sa canne est trop faible et son appât ridicule. Aussi, nous comprenons qu’il s’agit d’une satire d’un homme sexuellement impuissant⁷ qui était sans doute aussi suggérée par notre panneau. Ce portrait nous évoque en outre immédiatement la célèbre estampe De grote vissen eten de kleine (les gros poissons mangent les petits), gravée par Pieter van der Heyden d’après un dessin de Pieter Brueghel l’Ancien (1556, Vienne, Graphische Sammlung Albertina), dont nous présentons une épreuve dans notre vente (lot 12). Représentant de nombreux poissons, petits et gros, sortant de la bouche d’un plus grand poisson, elle illustre l’adage selon lequel les petits poissons servent à nourrir les plus gros. En 2019, une copie de notre composition, de plus faible qualité, est apparue sur le marché², permettant d’appréhender la réception d’un prototype, que constitue peut-être notre tableau. Notre panneau de petite dimension rappelle, par son format et son plan rapproché qui met en exergue le visage du pêcheur, d’autres panneaux de Pieter Brueghel II, comme ses portraits circulaires, parfois allégoriques, tel celui présenté chez Artcurial à Paris en 2023³, ou rectangulaires⁴. Par ailleurs, le thème du pêcheur est abordé sur un autre panneau donné à Pieter Brueghel II sur la base KIKIRPA (aujourd’hui non localisé)⁵, représentant un pêcheur présentant un petit poisson à une jeune femme dans un paysage près d’une rivière. ¹– Klaus Ertz, Pieter Brueghel le Jeune, Lingen, 1988–2000, vol. II, p. 963, n° A1383. ²– Vente anonyme ; Munich, Karl & Faber Kunstauktionen, 8.11.2019, n° 8 (comme Suiveur de Pieter Brueghel le Jeune). ³– Vente anonyme ; Paris, Artcurial, 22.11.2023, n° 31 (vendu 249.280 €). ⁴– Pieter Brueghel II, Portrait de paysan, panneau, 17,8 × 25 cm, localisation actuelle inconnue, KIKIRPA n° 50003691. ⁵– KIKIRPA n° 11004558. ⁶– Épreuve conservée au Rijksmuseum d’Amsterdam, RP-P-2001-3 ; la lettre de l’estampe, rédigée en allemand, montre la réception de l’iconographie et du thème dès le XVIᵉ siècle. ⁷– Voir Ger Luijten, « Teljoren in druk : een prentreeks naar Maarten van Cleve met mannen en vrouwen in het rond », Bulletin van het Rijksmuseum, 2001, 49, p. 155, n° 2/3.
Online-Katalog 11. März 2026 - Internationale Kunst bis 1900 Los 13 Pieter Brueghel d. Jüngere 1564–1638, zugeschrieben

Porträt eines Fischers
Öl auf Holz
oben links von fremder Hand bezeichnet P.B
25,5 x 20,5 cm

Schätzpreis

CHF 15'000 – 20'000

Verkauft für

CHF 38'108

Provenienz

wohl Sammlung Familie Bernissart, Flandern (gemäss rückseitigem Wachs-Siegel)
Galerie Georges Giroux, Brüssel, 4.– 5.5.1956, Nr. 94 (als Pieter Brueghel d. Jüngere; gemäss RKD)
Sammlung J. Hargreaves, England
D. Katz, Dieren bei Arnheim, Holland, (1959–1961, als Pieter Brueghel d. Ältere)
Sammlung Metzemaker, Holland
Auktion Koller, Zürich, 5.11.1965, Los 1222 (als Pieter Brueghel d. Ältere)
Sammlung Neumann, Gingins

Literatur

Georges Marlier, Pierre Brueghel le Jeune, Brüssel, R. Finck, 1969, S. 445.
Klaus Ertz, Pieter Brueghel der Jüngere, Bd. II, Lingen, Luca Verlag, 1988-2000, S. 963, Nr. A1383 (als Kopie).

Während Klaus Ertz die Zuschreibung dieses Gemäldes zu Pieter Brueghel dem Jüngeren¹ ablehnte, klassifizierte Max Friedländer das Werk 1957 im Rahmen einer Expertise seinerseits als Arbeit von Pieter Brueghel dem Jüngeren. Das Thema der Kleingewerbe sowie die Behandlung des Fischers mit seinem naiven Ausdruck weisen eindeutig brueghelische Inspiration auf. Dieses Porträt erinnert zudem unmittelbar an den berühmten Kupferstich De grote vissen eten de kleine (Grosse Fische fressen kleine Fische) von Pieter van der Heyden nach einer Zeichnung von Pieter Brueghel d. Älteren (1556, Wien, Graphische Sammlung Albertina), von dem wir ein Exemplar in unserer Auktion präsentieren (Los 12). Dieser zeigt zahlreiche kleine und grosse Fische, die aus dem Maul eines grösseren Fisches hervorkommen, und illustriert das Sprichwort, dass kleine Fische den grösseren als Nahrung dienen. 2019 erschien eine Kopie unserer Komposition, von geringerer Qualität, auf dem Markt², die es ermöglicht, die Rezeption eines Prototyps nachzuvollziehen, den möglicherweise unser Gemälde darstellt. Unser kleines Tafelbild erinnert durch Format und Nahaufnahme, die das Gesicht des Fischers betont, an andere Tafeln von Pieter Brueghel d. Jüngeren, etwa seine runden, manchmal allegorischen Porträts, wie das 2023³ bei Artcurial in Paris präsentierte Werk, oder rechteckige Porträts4. Darüber hinaus wird das Thema des Fischers auf einem weiteren Tafelbild, das Pieter Brueghel d. Jüngeren zugeschrieben wird (KIKIRPA-Datenbank, heute verschollen)5, behandelt; es zeigt einen Fischer, der einer jungen Frau an einem Flussufer einen kleinen Fisch präsentiert. Dank eines Kupferstichs mit derselben Ikonographie, ergänzt durch einen Text (Abb. 1), lässt sich die Bedeutung der Szene nachvollziehen6. Der Mann möchte am Ufer, das an die Wiese der jungen Frau grenzt, angeln und ihr seinen Fisch anbieten. Sie verweigert ihm jedoch die Möglichkeit, da seine Angel zu schwach und sein Köder zu unbedeutend ist. Es handelt sich dabei um eine Satire eines sexuell impotenten Mannes7, wie sie vermutlich auch in unserem Tafelbild angedeutet wird. ¹– Klaus Ertz, Pieter Brueghel der Jüngere, Lingen, 1988–2000, Bd. II, S. 963, Nr. A1383. ²– Anonyme Auktion; München, Karl & Faber Kunstauktionen, 8.11.2019, Nr. 8 (als Nachfolger von Pieter Brueghel der Jüngere). ³– Anonyme Auktion; Paris, Artcurial, 22.11.2023, Nr. 31 (verkauft für 249.280 €). 4– Pieter Brueghel II, Porträt eines Bauern, Tafel, 17,8 × 25 cm, derzeitiger Standort unbekannt, KIKIRPA Nr. 50003691. 5– KIKIRPA Nr. 11004558. 6– Siehe Exemplar im Rijksmuseum Amsterdam, RP-P-2001-3. Der auf Deutsch verfasste Text des Kupferstichs zeigt die Rezeption der Ikonographie und des Themas bereits im 16. Jahrhundert. 7– Zur Ikonographie siehe auch Ger Luijten: Teljoren in druk: een prentreeks naar Maarten van Cleve met mannen en vrouwen in het rond, Bulletin van het Rijksmuseum, 2001, 49, S. 155, Nr. 2/3.

Si Klaus Ertz refusait d’associer ce tableau avec la production de Pieter Brueghel II¹, Max Friedländer, lors d’une expertise de l’œuvre en 1957, l’aurait pour sa part classée parmi les travaux de Pieter Brueghel l’Ancien. Le thème des petits métiers ainsi que le traitement de ce pêcheur à l’expression ingénue sont de toute évidence d’inspiration breughélienne. Grâce à une gravure reprenant cette même iconographie tout en l’agrémentant d’un texte (fig. 1), il nous est possible de comprendre la signification de cette scène⁶. L’homme aimerait pêcher sur la rive qui borde le pré de la jeune femme et lui offre son poisson. Toutefois, elle ne lui en donne pas la possibilité car sa canne est trop faible et son appât ridicule. Aussi, nous comprenons qu’il s’agit d’une satire d’un homme sexuellement impuissant⁷ qui était sans doute aussi suggérée par notre panneau. Ce portrait nous évoque en outre immédiatement la célèbre estampe De grote vissen eten de kleine (les gros poissons mangent les petits), gravée par Pieter van der Heyden d’après un dessin de Pieter Brueghel l’Ancien (1556, Vienne, Graphische Sammlung Albertina), dont nous présentons une épreuve dans notre vente (lot 12). Représentant de nombreux poissons, petits et gros, sortant de la bouche d’un plus grand poisson, elle illustre l’adage selon lequel les petits poissons servent à nourrir les plus gros. En 2019, une copie de notre composition, de plus faible qualité, est apparue sur le marché², permettant d’appréhender la réception d’un prototype, que constitue peut-être notre tableau. Notre panneau de petite dimension rappelle, par son format et son plan rapproché qui met en exergue le visage du pêcheur, d’autres panneaux de Pieter Brueghel II, comme ses portraits circulaires, parfois allégoriques, tel celui présenté chez Artcurial à Paris en 2023³, ou rectangulaires⁴. Par ailleurs, le thème du pêcheur est abordé sur un autre panneau donné à Pieter Brueghel II sur la base KIKIRPA (aujourd’hui non localisé)⁵, représentant un pêcheur présentant un petit poisson à une jeune femme dans un paysage près d’une rivière. ¹– Klaus Ertz, Pieter Brueghel le Jeune, Lingen, 1988–2000, vol. II, p. 963, n° A1383. ²– Vente anonyme ; Munich, Karl & Faber Kunstauktionen, 8.11.2019, n° 8 (comme Suiveur de Pieter Brueghel le Jeune). ³– Vente anonyme ; Paris, Artcurial, 22.11.2023, n° 31 (vendu 249.280 €). ⁴– Pieter Brueghel II, Portrait de paysan, panneau, 17,8 × 25 cm, localisation actuelle inconnue, KIKIRPA n° 50003691. ⁵– KIKIRPA n° 11004558. ⁶– Épreuve conservée au Rijksmuseum d’Amsterdam, RP-P-2001-3 ; la lettre de l’estampe, rédigée en allemand, montre la réception de l’iconographie et du thème dès le XVIᵉ siècle. ⁷– Voir Ger Luijten, « Teljoren in druk : een prentreeks naar Maarten van Cleve met mannen en vrouwen in het rond », Bulletin van het Rijksmuseum, 2001, 49, p. 155, n° 2/3.

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