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Catalogue en ligne

11 mars 2026 - Art suisse
Provenance

Albert Locher, Stein am Rhein
Privatbesitz, Herzogenbuchsee (1962)
Privatbesitz, Solothurn (durch Erbfolge an die heutigen Besitzer)

Littérature

Max Huggler, Albert Anker. Katalog der Gemälde und Ölstudien, Bern, Kunstmuseum/Verlag Berner Tagblatt, 1962, Nr. 269 (als Brustbild eines Mädchens).
Sandor Kuthy und Thérèse Bhattacharya-Stettler, Albert Anker (1831–1910), Werkkatalog der Gemälde und Ölstudien, Bern, Kunstmuseum, Basel, Wiese Verlag, 1995, S. 196, Nr. 416, mit Abb.

Exposition

Albert Anker, Bern, Kunstmuseum, 17.9.–11.12.1960, Nr. 105.

Die Anker-Expertin Therese Bhattacharya-Stettler beschreibt in einem ihrer Texte zu den Mädchenbildnissen:
«Obschon die Porträts im gesamten OEuvre Ankers numerisch nur einen geringen Teil ausmachen, gehören einige darunter zum Besten, was der Künstler je geleistet hat. Seine Bildniskunst verrat eine ausserordentliche Einfühlungsgabe. Er bekennt selbst in einem Brief, dass er von Anfang an grosses Gewicht auf die Psychologie gelegt habe, es sei vermutlich ≪ein Rest seiner Theologie». Er hat aber auch Lavaters Physiognomische Fragmente eingehend studiert, in denen etwa zu lesen ist: «Das Gesicht ist der Schauplatz, auf dem sich die Seele zeigt ... wer sie hier nicht ergreift, kann sie nicht malen, und wer sie nicht malen kann, ist kein Porträtmaler.» (Lavater, Physiognomische Fragmente, 1784).
Neben persönlich-geprägten Bildnissen und bürgerlichen Auftragsarbeiten ist Anker vor allem – und mit Recht – für seine Porträts berühmt, welche er aus eigenem Antrieb und ohne konkreten Anlass geschaffen hat. Es sind Bildnisse von Kindern, Jugendlichen und älteren Leuten, von den Menschen, die ihn in seinem ländlichen Inser Alltag umgaben. Sie scheinen zeitlos, individuelle Merkmale werden zurückgebunden. (…) Ernst und Schüchternheit des kindlichen Wesens sind meisterhaft eingefangen.»
In der Tat sind die Lebendigkeit und Präsenz, mit welcher der Künstler sein Modell dargestellt hat, nicht zu überbieten und weisen Anker als einen der besten Maler seiner Zeit aus.
Wir danken Dr. Therese Bhattacharya-Stettler für die Erlaubnis zur Verwendung Ihres Textes.
Catalogue en ligne 11 mars 2026 - Art suisse Lot 225 Albert Anker 1831–1910

Mädchenbildnis
Öl auf Leinwand
unten links signiert Anker
40,5 x 31 cm

Estimation

CHF 500'000 – 700'000

Vendu pour

CHF 635'125

Provenance

Albert Locher, Stein am Rhein
Privatbesitz, Herzogenbuchsee (1962)
Privatbesitz, Solothurn (durch Erbfolge an die heutigen Besitzer)

Littérature

Max Huggler, Albert Anker. Katalog der Gemälde und Ölstudien, Bern, Kunstmuseum/Verlag Berner Tagblatt, 1962, Nr. 269 (als Brustbild eines Mädchens).
Sandor Kuthy und Thérèse Bhattacharya-Stettler, Albert Anker (1831–1910), Werkkatalog der Gemälde und Ölstudien, Bern, Kunstmuseum, Basel, Wiese Verlag, 1995, S. 196, Nr. 416, mit Abb.

Exposition

Albert Anker, Bern, Kunstmuseum, 17.9.–11.12.1960, Nr. 105.

Die Anker-Expertin Therese Bhattacharya-Stettler beschreibt in einem ihrer Texte zu den Mädchenbildnissen:
«Obschon die Porträts im gesamten OEuvre Ankers numerisch nur einen geringen Teil ausmachen, gehören einige darunter zum Besten, was der Künstler je geleistet hat. Seine Bildniskunst verrat eine ausserordentliche Einfühlungsgabe. Er bekennt selbst in einem Brief, dass er von Anfang an grosses Gewicht auf die Psychologie gelegt habe, es sei vermutlich ≪ein Rest seiner Theologie». Er hat aber auch Lavaters Physiognomische Fragmente eingehend studiert, in denen etwa zu lesen ist: «Das Gesicht ist der Schauplatz, auf dem sich die Seele zeigt ... wer sie hier nicht ergreift, kann sie nicht malen, und wer sie nicht malen kann, ist kein Porträtmaler.» (Lavater, Physiognomische Fragmente, 1784).
Neben persönlich-geprägten Bildnissen und bürgerlichen Auftragsarbeiten ist Anker vor allem – und mit Recht – für seine Porträts berühmt, welche er aus eigenem Antrieb und ohne konkreten Anlass geschaffen hat. Es sind Bildnisse von Kindern, Jugendlichen und älteren Leuten, von den Menschen, die ihn in seinem ländlichen Inser Alltag umgaben. Sie scheinen zeitlos, individuelle Merkmale werden zurückgebunden. (…) Ernst und Schüchternheit des kindlichen Wesens sind meisterhaft eingefangen.»
In der Tat sind die Lebendigkeit und Präsenz, mit welcher der Künstler sein Modell dargestellt hat, nicht zu überbieten und weisen Anker als einen der besten Maler seiner Zeit aus.
Wir danken Dr. Therese Bhattacharya-Stettler für die Erlaubnis zur Verwendung Ihres Textes.

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