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Catalogue en ligne

11 mars 2026 - Art suisse
Provenance

Privatbesitz
Auktion Germann Auktionshaus, Zürich, 10.5.1978, Los 35 (als Baum im Winter)
bedeutende Privatsammlung, Zürich

Littérature

Franz Müller und Viola Radlach, Cuno Amiet. Die Gemälde 1883–1919, Bd.II, Zürich, Scheidegger & Spiess, 2014, S. 369, Nr. 1910.37, mit Abb.

Exposition

Cuno Amiet und die Maler der Brücke, Zürich, Kunsthaus, 18.5.–5.8.1979, Nr. 86.

Das Werk ist beim SIK-ISEA, dem Schweizerischen Institut für Kunstwissenschaft, unter der Inventar-Nr. 36385 und mit der Werkkatalog-Nr. 1910.37 als eigen- händige Arbeit von Cuno Amiet registriert.

Das Werk ist für die Ausstellung Cuno Amiet. Les Quatres Saisons im Musée d´art de Pully (17.9.2026—9.1.2027) angefragt.

Expertenvideo

Bereits ab Mitte der neunziger Jahre befasste sich Amiet mit Winterlandschaften. In auf Umrisse und Formen reduzierten Bildflächen erprobte der Künstler auf subtile Weise das Spiel des Lichts in unzähligen Variationen. Das berühmteste unter ihnen, der Grosse Schnee, im Musée d’Orsay ist nicht nur eine Ikone der Schweizer Kunstgeschichte, sondern gehört zu den aussergewöhnlichsten Werken seiner Zeit. Verschneiter Obstbaum steht dem Pariser Bild in Bezug auf Stärke und Strahlkraft in keiner Weise nach.
Das Gemälde zählt zu den eindrucksvollsten Beispielen für Amiets Auseinandersetzung mit Farbe, Natur und Stimmung. Im Zentrum des Bildes steht ein einzelner Baum, dessen Äste von Schnee bedeckt sind. Diese klare Motivwahl lenkt den Blick unmittelbar auf Form, Farbe und malerischen Ausdruck. Die Farben sind nicht naturalistisch, sondern bewusst gesteigert. Der Schnee erscheint nicht rein weiss, sondern schimmert in Nuancen von Blau, Violett und kontrastiert zum leuchtend gelben Hintergrund.
Ein unglaublich schöner Farbklang im wahrsten Sinn. Franz Müller schreibt 2014 dazu: «Amiet erzielte beim formatfüllend nahsichtig gezeigten verschneiten Bäumchen prägnante Licht- Schatten-Effekte, indem er auf starke Kontraste sowohl in der Farbgebung als auch in der grafischen Struktur setzte und organische, bewegte Flächen mit streng parallel orientierten Streifen kombinierte.» Verschneiter Obstbaum zeigt den Künstler auf dem Höhepunkt seines Schaffens.
Von Anfang an seiner Karriere war Amiet Teil einer internationalen Avantgarde. Zuerst war es Pont Avant mit dem Gaugin-Kreis, von welchem er ihr völlig neuartiges Verständnis von Form und reiner Farbe übernahm. Amiet war es,der dieses in die Schweiz brachte und damit auch auf die deutsche Malerei einen grossen Einfluss hatte. 1904 stellte er an der grossen Ausstellung der Wiener Sezession an vorderster Front mit Gustav Klimt und Kolo Moser aus und ab 1906 war er Mitglied der expressionistischen Vereinigung «die Brücke». Ab diesem Zeitpunkt nahm er an den wichtigsten grossen internationalen Ausstellungen teil, war neben Hodler der bekannteste Schweizer Maler seiner Zeit und gehörte zu den berühmtesten internationalen Künstlern. In diesem Zusammenhang ist auch unser Gemälde zu sehen, eine unglaublich eigenständige Schöpfung, welche jedoch im engsten Zusammenhang der Werke der grossen Expressionisten, Kandinsky und der Wiener wie Klimt und Schiele steht. Es liest sich wie die Quintessenz ihrer Werte, Expression und Ornament, Klang und Farbe.
Catalogue en ligne 11 mars 2026 - Art suisse Lot 254 Cuno Amiet 1868–1961

Verschneiter Obstbaum, 1910
Öl auf Leinwand
unten rechts monogrammiert und datiert CA 10
61 x 62,3 cm

Estimation

CHF 500'000 – 700'000

Provenance

Privatbesitz
Auktion Germann Auktionshaus, Zürich, 10.5.1978, Los 35 (als Baum im Winter)
bedeutende Privatsammlung, Zürich

Littérature

Franz Müller und Viola Radlach, Cuno Amiet. Die Gemälde 1883–1919, Bd.II, Zürich, Scheidegger & Spiess, 2014, S. 369, Nr. 1910.37, mit Abb.

Exposition

Cuno Amiet und die Maler der Brücke, Zürich, Kunsthaus, 18.5.–5.8.1979, Nr. 86.

Das Werk ist beim SIK-ISEA, dem Schweizerischen Institut für Kunstwissenschaft, unter der Inventar-Nr. 36385 und mit der Werkkatalog-Nr. 1910.37 als eigen- händige Arbeit von Cuno Amiet registriert.

Das Werk ist für die Ausstellung Cuno Amiet. Les Quatres Saisons im Musée d´art de Pully (17.9.2026—9.1.2027) angefragt.

Expertenvideo

Bereits ab Mitte der neunziger Jahre befasste sich Amiet mit Winterlandschaften. In auf Umrisse und Formen reduzierten Bildflächen erprobte der Künstler auf subtile Weise das Spiel des Lichts in unzähligen Variationen. Das berühmteste unter ihnen, der Grosse Schnee, im Musée d’Orsay ist nicht nur eine Ikone der Schweizer Kunstgeschichte, sondern gehört zu den aussergewöhnlichsten Werken seiner Zeit. Verschneiter Obstbaum steht dem Pariser Bild in Bezug auf Stärke und Strahlkraft in keiner Weise nach.
Das Gemälde zählt zu den eindrucksvollsten Beispielen für Amiets Auseinandersetzung mit Farbe, Natur und Stimmung. Im Zentrum des Bildes steht ein einzelner Baum, dessen Äste von Schnee bedeckt sind. Diese klare Motivwahl lenkt den Blick unmittelbar auf Form, Farbe und malerischen Ausdruck. Die Farben sind nicht naturalistisch, sondern bewusst gesteigert. Der Schnee erscheint nicht rein weiss, sondern schimmert in Nuancen von Blau, Violett und kontrastiert zum leuchtend gelben Hintergrund.
Ein unglaublich schöner Farbklang im wahrsten Sinn. Franz Müller schreibt 2014 dazu: «Amiet erzielte beim formatfüllend nahsichtig gezeigten verschneiten Bäumchen prägnante Licht- Schatten-Effekte, indem er auf starke Kontraste sowohl in der Farbgebung als auch in der grafischen Struktur setzte und organische, bewegte Flächen mit streng parallel orientierten Streifen kombinierte.» Verschneiter Obstbaum zeigt den Künstler auf dem Höhepunkt seines Schaffens.
Von Anfang an seiner Karriere war Amiet Teil einer internationalen Avantgarde. Zuerst war es Pont Avant mit dem Gaugin-Kreis, von welchem er ihr völlig neuartiges Verständnis von Form und reiner Farbe übernahm. Amiet war es,der dieses in die Schweiz brachte und damit auch auf die deutsche Malerei einen grossen Einfluss hatte. 1904 stellte er an der grossen Ausstellung der Wiener Sezession an vorderster Front mit Gustav Klimt und Kolo Moser aus und ab 1906 war er Mitglied der expressionistischen Vereinigung «die Brücke». Ab diesem Zeitpunkt nahm er an den wichtigsten grossen internationalen Ausstellungen teil, war neben Hodler der bekannteste Schweizer Maler seiner Zeit und gehörte zu den berühmtesten internationalen Künstlern. In diesem Zusammenhang ist auch unser Gemälde zu sehen, eine unglaublich eigenständige Schöpfung, welche jedoch im engsten Zusammenhang der Werke der grossen Expressionisten, Kandinsky und der Wiener wie Klimt und Schiele steht. Es liest sich wie die Quintessenz ihrer Werte, Expression und Ornament, Klang und Farbe.

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