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Œuvres choisies & art de la Suisse orientale
Sebastian Oesch - Holzfäller Sebastian Oesch - Holzfäller
Sebastian Oesch - Holzfäller Sebastian Oesch - Holzfäller
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Sebastian Oesch - Holzfäller
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Ein Holzfäller steht auf einer Anhöhe am Waldrand. Vor ihm breitet sich die verschneite Appenzeller Landschaft aus. Frontal erhebt sich der Fähnerenspitz; an seinem Fuss sind einige Häuser Appenzells auszumachen, der charakteristische Kamin der Ziegelhütte tritt als markanter Orientierungspunkt in Erscheinung. Im Mittelgrund setzt sich die Szenerie der Holzarbeit fort: Weitere Holzfäller sind mit dem Verladen der Stämme auf einen Schlitten zum Abtransport beschäftigt.

Im Zentrum der Komposition steht jedoch ganz die Gestalt des Holzfällers. Für einen Augenblick ruht er von seiner schweren Arbeit und stützt seine kräftige Hand auf das Holzbeil. Sein grosser, muskulöser Körper steht fest und unbeweglich wie ein mächtiger Baum in der Landschaft. Das Lindauerli im Mundwinkel und die charakteristische Zipfelchappe weisen ihn unmissverständlich als Appenzeller aus.

Besonders eindrücklich ist sein markanter Charakterkopf: Die von Furchen durchzogene Stirn, der geradeaus gerichtete, unbeirrbare Blick und die ernste Miene erzählen von der Härte und körperlichen Anstrengung seiner Arbeit. Und doch liegt in seiner Haltung eine bemerkenswerte Ruhe und innere Festigkeit.

Oesch gelingt es, die Figur nicht nur als Staffage der Landschaft, sondern als deren eigentlichen Mittelpunkt zu begreifen. Mensch und Natur werden zu einer geschlossenen, beinahe monumentalen Einheit. Die sorgfältig komponierte Staffelung von der mächtigen Vordergrundfigur über die arbeitenden Holzfäller bis hin zum verschneiten Fahnerenspitz verleiht dem Gemälde eine außergewöhnliche räumliche und erzählerische Dichte. Ebenso überzeugend ist die Farbigkeit, in der sich die dunkleren Figuren und Waldpartien wirkungsvoll von der hellen Winterlandschaft abheben.

Das 1919 entstandene Gemälde gehört in die letzten und zugleich bedeutendsten Schaffensjahre des früh verstorbenen Künstlers. Oesch, der sich in seinen letzten Lebensjahren intensiv mit der Landschaft und den Menschen Appenzells auseinandersetzte, entwickelte dabei eine eigenständige, in sich geschlossene Bildsprache.

Bereits aufgrund seines grossformatigen Charakters nimmt der Holzfäller innerhalb des kleinen, aber bemerkenswert qualitätvollen Oeuvres von Sebastian Oesch eine herausragende Stellung ein. Die eindringliche Verbindung von Mensch, Arbeit und Landschaft sowie die aussergewöhnliche Präsenz der Hauptfigur verleihen dem Gemälde eine grosse Prägnanz und machen es zu einem Werk, das sich dem Betrachter unmittelbar einprägt.
Catalogue en ligne Œuvres choisies & art de la Suisse orientale Lot 197 Sebastian Oesch 1893–1920

Holzfäller, 1919
Öl auf Leinwand
unten rechts Künstler-Monogramm und datiert 19
rückseitig signiert und bezeichnet Seb. Oesch Appenzell
110 x 100 cm

Estimation

CHF 40'000 – 60'000

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Ein Holzfäller steht auf einer Anhöhe am Waldrand. Vor ihm breitet sich die verschneite Appenzeller Landschaft aus. Frontal erhebt sich der Fähnerenspitz; an seinem Fuss sind einige Häuser Appenzells auszumachen, der charakteristische Kamin der Ziegelhütte tritt als markanter Orientierungspunkt in Erscheinung. Im Mittelgrund setzt sich die Szenerie der Holzarbeit fort: Weitere Holzfäller sind mit dem Verladen der Stämme auf einen Schlitten zum Abtransport beschäftigt.

Im Zentrum der Komposition steht jedoch ganz die Gestalt des Holzfällers. Für einen Augenblick ruht er von seiner schweren Arbeit und stützt seine kräftige Hand auf das Holzbeil. Sein grosser, muskulöser Körper steht fest und unbeweglich wie ein mächtiger Baum in der Landschaft. Das Lindauerli im Mundwinkel und die charakteristische Zipfelchappe weisen ihn unmissverständlich als Appenzeller aus.

Besonders eindrücklich ist sein markanter Charakterkopf: Die von Furchen durchzogene Stirn, der geradeaus gerichtete, unbeirrbare Blick und die ernste Miene erzählen von der Härte und körperlichen Anstrengung seiner Arbeit. Und doch liegt in seiner Haltung eine bemerkenswerte Ruhe und innere Festigkeit.

Oesch gelingt es, die Figur nicht nur als Staffage der Landschaft, sondern als deren eigentlichen Mittelpunkt zu begreifen. Mensch und Natur werden zu einer geschlossenen, beinahe monumentalen Einheit. Die sorgfältig komponierte Staffelung von der mächtigen Vordergrundfigur über die arbeitenden Holzfäller bis hin zum verschneiten Fahnerenspitz verleiht dem Gemälde eine außergewöhnliche räumliche und erzählerische Dichte. Ebenso überzeugend ist die Farbigkeit, in der sich die dunkleren Figuren und Waldpartien wirkungsvoll von der hellen Winterlandschaft abheben.

Das 1919 entstandene Gemälde gehört in die letzten und zugleich bedeutendsten Schaffensjahre des früh verstorbenen Künstlers. Oesch, der sich in seinen letzten Lebensjahren intensiv mit der Landschaft und den Menschen Appenzells auseinandersetzte, entwickelte dabei eine eigenständige, in sich geschlossene Bildsprache.

Bereits aufgrund seines grossformatigen Charakters nimmt der Holzfäller innerhalb des kleinen, aber bemerkenswert qualitätvollen Oeuvres von Sebastian Oesch eine herausragende Stellung ein. Die eindringliche Verbindung von Mensch, Arbeit und Landschaft sowie die aussergewöhnliche Präsenz der Hauptfigur verleihen dem Gemälde eine grosse Prägnanz und machen es zu einem Werk, das sich dem Betrachter unmittelbar einprägt.

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